.-----------------------------------. | I · N · T · E · R · V · I · E · W | `-----------------------------------' ¸========================================¸ | | | Entwickler: Alfred Faust | | | | Software: BarsnPipes New 1. ... | | | | Homepage: www.alfred-j-faust.de | | | | Email: alfred.j.faustgmx.de | | oder alfredfaustonlinehome.de | | | `========================================' *Hallo Alfred,kannst Du bitte ein wenig über Dich und Deinem Amiga Werdegang erzählen?* Angefangen habe ich im Dezember 1990 mit einem AMIGA 500. Da ich im Osten aufgewachsen bin, war das mein erster Computer überhaupt. Entschieden habe ich mich für einen AMIGA (nicht PC oder Atari), weil AMIGAs von Haus aus einen vollwertigen (damals) Chip (PAULA) für die Soundausgabe haben,der auch noch Stereo-Ausgabe hatte. Bald habe ich gemerkt, was der AMIGA für eine fantastische Maschine ist, deren Möglichkeiten alles überstieg, was ich mir damals von einem Computer vorgestellt hatte. Wegen der netten Spiele, waren bald auch meine Kinder von der Maschine begeistert. Dann kamen die ersten, für mich erschwinglichen Beschleuniger. Meine Wahl fiel auf einen Apollo-Beschleuniger mit einem 68020, der auf 28Mhz übertaktet war, und einen beeindruckenden Leistungsschub brachte. Danach kam ein Festplattenkontroller (Combicontroller AT und SCSI) mit einer AT-Festplatte 170MB. Die Verblüffung war riesig, als der AMIGA zum ersten mal von der Festplatte bootete in 5(!) Sekunden ("nacktes" OS2.1). Bald reichte der Platz auf dem Tisch nicht mehr aus, so kam die Entscheidung das ganze in einen Tower zu bauen. Früher hatte ich über viele Jahre schon duch elektronische Basteleien den Umgang mit Leiterplatten und Lötkolben gelernt. Der Umbau war nicht einfach, da es für den AMIGA vorgefertigte Gehäuse nicht gab. Letztendlich hat dann aber doch alles funktioniert. Bald war ich dann auch im Netz. Anfangs noch Mailbox-User mit einem Modem 1200 Bit/s (Telefonkosten je Minute 25 Pf). Sobald das Internet über T-Online zugänglich war, war ich dabei. Ich habe so das Werden dieses Netzes aller Netze in Deutschland für "Otto Normalverbraucher" vom Anfang an miterlebt. Sehr bald hatte ich mit dem AMIGA angefangenm Musik zu machen. Programme, wie MED - Tracker also - haben mir sehr dabei geholfen. MIDI hat mich sehr interessiert, aber ich war zu arm, um mir ein solches Programm zu leisten. Die haben damals sehr viel Geld gekostet (Bars&Pipes1 z.B. 480,-DM). Ich konnte mir aber dann doch ein gebrauchtes MIDI-Programm irgendwann leisten. Zu meiner riesigen Freude bekam ich auch einen Synthesizer (DX11 von YAMAHA) von Freunden geschenkt(!). Auch hatte ich mir das Geld zusammengespart, um Bars&Pipes 1.3 zu kaufen (inzwischen war der Preis auf 390,-DM gesunken). Nun konnte es richtig losgehen. In den Jahren dazwischen hat einer meiner Söhne sich einen AMIGA1200 gekauft, später auch mit 68040/40er BlizzardII und einer Festplatte und CD-ROM. Er fing bald an, selbst (meist in E) zu programmieren. Bald hatte er sich entschlossen Informatiker zu werden. Nun studiert er an der Technischen Uni in Ilmenau. Da er zum "normalen" PC-ler wurde, hat er mir seinen Computer zur Nutzung überlassen. *Du entwickelst das Program "Bars&Pipes" seit Juli 2001 weiter,kannst Du uns bitte erzählen wobei handelt es sich um "Bars&Pipes"?* Bars&Pipes Professional ist der meineserachtens beste Multimedia-MIDI-Sequencer, der jemals für ein Computersystem geschrieben wurde. Ich wage mir diese Einschätzung,weil ich dieses sagenhafte Programm nun von außen und von innen sehr gut kenne. Es ist selbst für nicht so erfahrene Nutzer sehr schnell zu begreifen, wie man mit diesem Programm arbeitet. MIDI: Musical Integrated Digital Interface Bei MIDI-Musik werden keine Töne übertragen, sondern nur Steuerbefehle für einen Tonerzeuger, der Klänge intern gespeichert hat. z.B. Note an - Note aus Anschlagstärke (wie beim Klavier) Programmnummer (welches Instrument soll gespielt werden) und ...... viel .......mehr Es gab in den 80er und 90er Jahren (und gibt heute noch) auch noch andere Geräte, die über MIDI gesteurt werden konnten. z.B.: Diaprojektoren,Tonbandmaschinen,Video-Recorder, Bühnen Lichtanlagen und noch mehr. Bars&Pipes ist in der Lage alle diese Geräte zu synchronisieren und so eine Multimedia-Show zu steuern. z.B.: einen Dia-Ton-Vortrag, bei dem der Vorführer nur Bars&Pipes bedienen muß. Das geht auch ferngesteuert, z.B. von der Tonbandmaschine aus. Das Zusammenspiel übernimmt dann Bars&Pipes, das im richtigen Moment das Dia wechselt, die Bandmaschine stoppt und startet, den Tonerzeuger für die Musik steuert. Und nicht zuletzt (vorausgesetzt die Technik ist vorhanden) das Licht im Raum steuert. (Wie gesagt, das ist "nur" ein Beispiel.) *Was hat Dich auf die Idee gebracht "Bars&Pipes" weiterzuentwickeln?* Da muß ich etwas weiter ausholen: 1993/94 kam ja Bars&Pipes Professional 2.0 später 2.5 heraus. Mitten in der Zeit, in der zwischen AMIGA und Win-PC ein erbitterter ideologischer "Grabenkampf" tobte erschreckte im Oktober 1995 die Bars&Pipes-Nutzergemeinde die Nachricht, daß Blue Ribbon Inc. von Microsoft Inc. aufgekauft wurde. Zum Trost für alle Nutzer wurden aber alle Programme als Freeware ins Netz gestellt. Freeware heißt hier NICHT Public Domain - logisch - die Rechte lagen ja nun bei Microsoft. Außerdem mußte man Mitglied bei Compuserve werden, um überhaupt an die Programme zu kommen. Außerdem gab es keine Anleitung dazu. Ich selbst habe mir damals die Programme von Werner Gusset (in Biel/Schweiz) besorgt, der bis dahin der offizielle Vertreiber von Blue Ribbon Inc. Produkten in Europa war, und auch selbst die deutschen Übersetzungen der Handbücher verfasst hatte. Die Programme waren zwar jetzt kostenfrei, aber die Handbücher nicht. Mit der Übernahme von Blue Ribbon Inc. stoppte natürlich Microsoft die Weiterentwicklung von BarsnPipes.SuperJAM! (die elektronische Begleitband) wurde für den PC (Win 3.1) umgesetzt. Immer wieder haben es die Anwender (ich selbstverständlich auch) bedauert, daß es keine Weiterentwicklung (somit auch keine Fehlerbereinigung) von Bars&Pipes gab. NB: Es ist mir KEIN Computerprogramm bekannt, daß 100% fehlerfrei ist. Es hatte ein Freund aus England bei Microsoft angefragt, ob der Quellcode zu Bar&Pipes zu kaufen sei. Die Antwort war JA (!) für 1.000.000 (eine Million) US$. Damit war selbst AMIGA International überfordert. So war die Zukunft von Bars&Pipes hoffnungslos ... Doch das konnte und durfte doch nicht sein, daß so ein geniales Programm einfach im "Nirwana" verschwindet. Inzwischen hatte ich gelernt in C zu programmieren, und hatte ein Toolset für die hervorragende Soundkarte DB-50XG von YAMAHA geschrieben. So bin ich durch und über Bars&Pipes zum (Hobby)-Programmierer geworden. *Wie bist Du an den Source Code gekommen bez. wie kam der Kontakt zu "Todor Fay" zustande?* Da ich mit viel Mühe eine eigene Homepage aufgebaut hatte (die sich ganz um das Thema "Bars&Pipes" und Blue Ribbon Inc. rankte), wollte ich die Erlaubnis einholen, alle Blue Ribbon Inc. Produkte zum Download auf meiner Seite zur Verfügung zu stellen. Inzwischen hatte ich alles mir erreichbare Material im Netz aufgesammelt. Die e-mail Adresse von Todor Fay hatte ich dann rein zufällig bei einem meiner Streifzüge im Netz gefunden. Auf meine Anfrage um die oben genannte Erlaubnis, hat er mir sehr freundlich und umfassend geantwortet. Doch der Quelltext blieb mir (uns) versagt.... :-(( Wie groß war dann die Freude, als Todor Fay uns (die Newsgroup "barsnpipes" bei groups.yahoo.com) Ende November 2000 ganz überraschend mitteilte: (sinngemäß) "... also Freunde, so kann das nicht weitergehen.Gibt es unter Euch Freiwillige,die bereit wären, an einer Veröffentlichung des Quelltextes von Bars&Pipes mitzuarbeiten?" Da war ich einer der ersten, die eine Rückmeldung machten. Insgesamt sind es wohl 8 Programmierer auf der ganzen Welt gewesen, denen Todor Fay am 4.12.2000 dann den Quelltext von Bars&Pipes2.5cbeta (nicht die letzte offizielle Ausgabe von Bars&Pipes Pro 2.5b) schickte. Ich war erstaunt; der gesamte Quelltext war nicht größer als 2,5 MB und bestand aus 136 Dateien. Damals war die Freude darüber bei mir so groß, daß ich mich sofort in die Arbeit stürtzte. Inzwischen war ich Invalidenrentner geworden, und habe dadurch relativ viel Zeit, ja ich möchte sagen, die Arbeit an Bars&Pipes ist nun mein Lebensinhalt geworden. Ich hatte (damals) keine Ahnung, worauf ich mich eingelassen hatte. Erst ca. 6 Monate später war der teilweise unvollständige, teilweise fehlerhafte Code dieser Ausgabe dann soweit gebracht (inclusive der Quelltexte der Tools, Accessories und Libraries), daß man sofort ohne Probleme ein lauffähiges Bars&Pipes daraus kompilieren konnte. Mitte Mai 2001 hat dann Todor Fay die offizielle Ausgabe des Quelltextes authorisiert. *Liegt das Copyright jetzt bei Dir?* Dazu muß man zweierlei sagen: 1. Das Copyright des veröffentlichten Quellcodes, so wie er auf meiner Homepage zum Download bereit steht, liegt bei Microsoft. Inc. . D.h. wenn jemand diesen Quellcode irgendwo herausgibt, MUSS der Copyright-Vermerk in den unveränderten Dateien enthalten sein. JEDER (der möchte) kann den Quelltext (ganz oder teilweise) frei für eigene (FREEWARE!!!)-Projekte verwenden. 2. Sobald man den Quelltext für eigene Projekte nutzt (verändert) kann auch der Copyright-Vermerk wegfallen, dann kann man seinen eigenen Copyright-Vermerk einfügen. Für die Nutzung des Quellcodes hat Microsoft Einschränkungen gemacht: 1. Der Quelltext ist Freeware aber kein Public Domain, d.h. er kann NICHT im AMINET veröffentlicht werden. 2. Niemand darf damit Geld verdienen. 3. Niemand darf sein Copyright vor Gericht einklagen,wenn er den Quelltext benutzt. Was soll das heißen? Microsoft will damit vermeiden,daß sie indirekt in Schadenersatzforderungen Dritter hineingezogen werden.Wer das amerikanische Rechtssystem ein klein wenig kennt, weiß weshalb diese Einschränkung gemacht worden ist. Dort gehen Schadensersatzforderungen meist in die Millionen. Ich meine dies alles hat seine Berechtigung. Denn mit diesem Quelltext gibt Blue Ribbon Inc. seine (berechtigt) lang gehüteten Geheimnisse preis. Die Programmierer von Blue Ribbon Inc. (vor allem Todor Fay) haben mit Bars&Pipes ein unglaublich geniales Programmierkonzept entworfen. Ein Programm mit dieser Funktionsvielfalt,seiner genialen PlugIn-Schnittstelle (mit der es beinahe beliebig erweiterbar ist) würdeauf einem Win98-PC ganz sicher 8-10MB groß sein, und würde Unmengen an Resourcen benutzen. Zeitweise war ich der einzige Programmierer auf der ganzen Welt,der effektiv an Bars&Pipes weitergearbeitet hat. Um die Nähe zu dem originalen Bars&Pipes zu zeigen und doch klarzustellen, daß die Weiterentwicklung eine neue "Entwicklungslinie" ist, habe ich den Namen zu: BarsnPipes New geändert. Ich hatte auch ein eigenes Copyright angebracht. Nun hat sich aber gezeigt, daß durch mein "Vorpreschen" einige von denen, die auch den Quelltext bekommen haben, sich nicht mehr trauten irgend etwas selbst anzugreifen, damit am Ende nicht 7 verschiedene Bars&Pipes auf dem Markt sind. Besonders Richard Hagen aus Australien ist es zu verdanken, der seinen eigenen Computer als Server zur Verfügung stellte, daß nun ein zentraler "Software-Sammelpunkt" weltweit existiert, wo alle Entwickler mitarbeiten können. Nach dem Aufbau dieses "CVS"-Systems, habe ich mein Copyright wieder entfernt,arbeite aber kontinuierlich weiter. Das Tempo hängt immer ein wenig davon ab, was ich zu leisten imstande bin, und was die Nutzer für Wünsche haben. *Was zeichnet den Amiga heute noch aus um mit Ihm Musik zu erstellen?* Nachdem ich auch einige Jahre (man kommt einfach nicht darum herum) einen Win98-PC benutze, möchte ich dazu folgendes sagen: 1. Es gibt auf beiden Systemen hervorragende Musikprogramme. 2. Inzwischen sind aber auf dem AMIGA fast alle Profi-Musik-Programme Freeware geworden, z.B. (nicht vollständig) Bars&Pipes Camouflage OctaMED Soundstudio Samplitude Plus Der AMIGA braucht im Gegensatz zum PC wesentlich weniger Resourcen (Speicher, Festplattenplatz). Ich selbst arbeite mit 32 MB Fast-Ram un einer 3,2 GB Festplatte. Beides wird im Normalfall nur zu 50% genutzt. (NB: Win98 fängt bei 32 MB RAM gerade erst an, vernünftig zu arbeiten,da läuft aber noch kein anderes Programm.) Ich habe Kontakt zu BarsnPipes Nutzern auf der ganzen Welt.Viele haben mir schon geschrieben, daß BarsnPipes für sie der einzige Grund ist, beim AMIGA zu bleiben. *Amiga und MIDI ist meines Erachtens eine der wenigen bekannten Stärken des Amigas, was denkst Du wieso konnte sich der Amiga bei Musikern nicht gegenüber dem Atari,trotz des damals besseren Soundchips behaupten?* Der Grund war eindeutig, daß der Atari mit einem eingebauten MIDI-Interface ausgeliefert wurde, daß man sich (damals) beim AMIGA erst für teures Geld extra kaufen mußte. So haben die MIDI-Programmierer (z.B. Steinberg) den Atari als Ziel ausgeguckt. *Wer nutzt heute noch den Amiga für Musik bzw. worin siehts Du den Vorteil von Amiga und "Bars&Pipes"?* Einiges ist ja schon gesagt worden. Die einfache Bedienungs-Oberfläche von Bars&Pipes und der geniale Track-Editor sind die Stärken des Programmes. Beispiele: Das Konzept "Bars" (Takte) & "Pipes" (Röhren) ist auf Anhieb von JEDEM zu verstehen. Ein Track ist wie eine Spur in einer Mehrspurbandmaschine. Jeder Track hat einen Eingang (links) einen Sequencerteil (in der Mitte wo sich die aufgenommenen Daten befinden) und einen Ausgang (rechts). Pipeline Pipeline - --------------------------- - |O| --------- | | ------------- |O| - --------------------------- - Eingang Sequencer Ausgang Links fließen die "Events" hinein, in der Mitte werden sie aufgenommen, und rechts fließen sie wieder heraus. Um Events zu verändern (z.B. alle sollen lauter werden) nimmt man ein entsprechendes Werkzeug (Tool) aus der Werzeugkiste (Toolbox) mit der Maus und läßt es auf der entsprechenden Pipeline fallen. Alle Events die durch die Pipeline fließen, müssen durch das Tool hindurch und werden nach Wusch (einstellbar) verändert. Dies ist nur ein ganz kleines Beispiel der gigantischen Funktionsfülle von Bars&Pipes. Ich habe eine eigene Anleitung für Bars&Pipes Professional 2.5b geschrieben.Dazu habe ich ALLE(!) Funktionen des Programmes getestet. Insgesamt hat es etwa ein ganzes Jahr gedauert, diese Anleitung fertig zu stellen. *Gibt es noch Alternative Programme zu "Bars&Pipes"?* Ja es gibt noch einige MIDI-Sequencer für AMIGA. Z.B. ist Camouflage ein ganz hervorragendes Programm. Es ist aber, selbst für mich, nur schwer zu durchschauen. Der "Normal"-Anwender, dürfte das Programm kaum längere Zeit benutzen. Besonders schwer ist es, direkt an die Daten ("Events") heranzukommen. Dafür hat Bars&Pipes einen ganz hervorragenden Editor,der nach dem WYSIWYG Prinzip arbeitet. Da ist ein Stift zum Einzeichnen neuer Events, ein Zauberstab zum Verändern, ein Radierer zum Löschen, eine Hand zum Verschieben und und und ... *Würdest Du "Bars&Pipes" auch Einsteigern empfehlen oder richtet es sich mehr an Profis?* Gerade Einsteigern empfehle ich Bars&Pipes. In meiner Anleitung habe ich geschrieben, daß (vorausgesetzt die erforderlichen Geräte sind vorhanden und korrekt verkabelt) die Erstellung eines (einfachen) Songs selbst für einen Neueinsteiger in maximal einer Stunde erledigt sein dürfte. *Welche Software verwendest Du zum Entwickeln?* Da ist zuerst der unvergleichliche GoldED6 von Dietmar Eilert. Bisher habe ich PC-Bereich keinen vergleichbaren Editor gefunden. Als Kompiler dient mir SAS/C V.6.68 *Was können wir von zukünftigen Versionen erwarten?* Ich selbst wünsche mir noch eine Verbesserung des Notenausdruckes. Seit einiger Zeit arbeite ich an dem Problem.Die wichtigste Hürde ist eine sogenannte Render-Engine zu finden, die schnell ist, und einfach in der Bedienung. Sehr erfolgversprechend ist die ttrender.library V.3.1 von Grzegorz Kraszewski (krashan@matay.pl) *Wird es möglich sein ein "Glow Icon" Design zu erstellen?* Ein Glow Icon ... Freiwillige vor ... ;-)) *Welches Betriebssystem wirst Du zukünftig unterstützen?* Interessant dürfte sein, daß ich zwei Versionen compiliere. 1. eine mit der von Bars&Pipes Pro gewohnten Oberfläche in 8 Farben für OS 2.1 / ECS / 68000 mit mindestens 1MB Chip- und 2MB Fast-RAM, 2. eine mit einer von mir (optisch) erneuerten Oberfläche in 32 Farben für OS 3.0 (und höher) / AGA / 68020 (und höher). OS 1.3 wird nicht mehr unterstützt, da die meisten Requester die Gadtools.library benötigen. *Was sind die Gründe um dieses OS zu unterstüzen?* In Australien ist ein Freund, der Bars&Pipes für seine Musikproduktion benutzt,der hat einen erweiterten AMIGA 1000. Mit seiner Hilfe habe ich die "abgerüstete" Version erstellt, die außer der Oberfläche die selben Funktionen hat wie die "Normale". Er benutzt OS2.1. So kann man sagen BarsnPipes New läuft auf allen AMIGAS ab OS2.1, mit ECS, AGA oder Grafikkarte. *Welche Möglichkeiten vermisst Du am AmigaOS für die Entwicklung?* Im wesentlichen nur die Geschwindigkeit. "Unser aller Petro" hat ja mal gesagt, er wünscht sich einen 68060 mit 200Mhz ... das wäre es. *Welche Möglichkeiten wünschst Du Dir für die Entwicklung am Amiga?* Fast bin ich geneigt "Keine" zu sagen, weil es ja doch so viele tolle Nachrüstungen gibt. Am AMIGA ein Programm zu entwickeln, ist reine Freude, will man es vergleichen mit der Entwicklung am PC (wo ich mal reingeschnuppert habe). Die Sprache C ist zwar dieselbe, aber die Möglichkeiten für Entwickler sind auf dem AMIGA einfacher und überschaubarer. Am Ende kommen gute, schnelle und kleine(!) Programme heraus. *Verlierst Du nicht den Spass und das Interesse am Programmieren wenn Du die geringe Resonanz siehst, die aus dem kleinen Amiga-Markt erhältst?* Das spielt für mich eigentlich überhaupt keine Rolle. Ich schreibe auch schon mal ein kleines Tool für BarsnPipes, wenn es einer der Nutzer möchte. *Glaubst Du an ein Comeback von Amiga?* Bei dem heutigen Konkurenzdruck auf dem Computermarkt ... ehrlich gesagt nein. Das ist kein Pessimismus, sondern Realismus. Die Zeiten sind halt vorbei, als der AMIGA DER Computer war. Seien wir mal ehrlich, wie müßte denn ein AMIGA aussehen,der mithalten könnte? Prozessor: schneller als G4 RAM : mindestens DDR-RAM Schnittstellen:alles, was heute verfügbar ist (von USB2 bis Firewire) Grafik: kaum mehr zu überbieten. Doch die Frage ist, muß ein neuer AMIGA sein? Ich meine, die guten "alten" Maschinen sind in ihren Möglichkeiten doch nicht erschöpflich. So dürfte es wohl am sinnvollsten sein selbstbewußt eine (wenn auch kleine) Marktlücke zu füllen. Es dürfte nur für Leute, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, nicht möglich sein,allein für den AMIGA zu arbeiten. *Deine letzten Worte an die Leser?* Langsam aber sicher bekommt unser guter alter AMIGA Oldtimer-Status.Und das ist wie bei den Freunden alter Autos. Wer seinen AMIGA liebt, sollte ihn auf keinen Fall ausmustern. Ich garantiere, es kommt die Zeit, da ist man für jedes dieser guten Stücke dankbar, wenn man einen hat. Ich bleibe dabei .... ;-)) .... __ -- © Amiga Arena 07/2002 -- __ .... aMIGA aRENA - tHE fIRE sTILL bURNS!